Wie Sie Apfelschorf erfolgreich bekämpfen

In humiden Anbaugebieten, wie der Bodenseeregion oder dem Alten Land zählt der Apfelschorfpilz (Venturia inaequalis) zu den bedeutendsten Krankheitserregern. Entsprechende Kontrollmaßnahmen mit angepasstem Monitoring für zeitnahes Handeln sind sehr wichtig zum Schutz vor einem Befall.

1. Symptome frühzeitig erkennen

Blattschorf: Das Hauptziel einer Schorfinfektion sind die Blätter, je jünger diese sind umso anfälliger sind sie gegenüber einem Befall. Eine Infektion der Blätter hat eine Abnahme der Photosyntheseleistung zur Folge. Ein starker Befall kann auch zum Blattfall führen. Ein Phänomen, welches ab und an auf Streuobstwiesen zu sehen ist: Hier stehen die Bäume, an denen verschorfte Äpfel hängen, im Herbst gänzlich ohne Blätter da.

Fruchtschorf: Zu Beginn der Fruchtentwicklung sind die jungen Früchte besonders anfällig gegenüber Schorfinfektionen. Ein Befall zeigt sich durch schwarze, rundliche Flecken. Mit zunehmendem Alter der Früchte trocknen diese dann ein und verkorken.

  • Frühschorf: Befallene Früchte reißen auf.

  • Lagerschorf: Infektionen der Früchte im Herbst oder im Spätsommer (kurz vor der Ernte) werden erst im Lager sichtbar: Die Befallsstellen weisen kleine Punkte auf. Diese Früchte sind in der Regel dann nur noch als Mostobst zu vermarkten.

  • Spätschorf: Früchte, die sehr spät im Jahr infiziert worden sind, reißen nicht mehr auf. Die Flecken, die durch Schorf hervorgerufen wurden, bleiben sehr klein, jedoch treten sie in einer hohen Anzahl auf.

 

2. Vorbeugende Maßnahmen

  • Die passenden Sorten und Standorte wählen (resistente Sorten; Standorte mit tendenziell feuchtem Kleinklima und häufigen Nebelerscheinungen meiden)

  • Angemessenen Pflanzenabstand und angepassten Schnitt für eine optimale Durchlüftung der Anlage wählen

  • Richtiges Falllaubmanagement betreiben(Förderung des Laubabbaus im Herbst sowie das Entfernen des Laubes aus der Anlage im Frühjahr) Hierbei ist der Einsatz von Vinasse zum Blattfall im Herbst förderlich. (Anwendung: einmalige Applikation zum Blattfall im Herbst)

 

3. Die richtige Bekämpfungsstrategie

Mit CURATIO® (Wirkstoff: 380g/l Calciumpolysulfid) und VitiSan® (Wirkstoff: 994,9 g/kg Kaliumhydrogencarbonat) stehen dem Anbauer zwei sehr wirkungsvolle, biologische Fungizide zur Verfügung welche vorwiegend zur kurativen Anwendung genutzt werden.

CURATIO® findet seine Anwendung hauptsächlich zur primären Ascosporenphase. VitiSan®  hingegen wird vorwiegend zur Konidienphase (sekundäre Schorfphase) eingesetzt.

 
Behandlungsstrategie

Hinweis: Aufwandmengen entsprechend der Zulassung wählen.

 

3.1 Die Primäre Schorfphase (Ascosporenphase)

Vorteile von CURATIO®

  • Starke kurative Wirkung vor allem während der primären Ascosporenphase
  • Kein Risiko von Resistenzen
  • Nicht rückstandsrelevant
  • Temperaturunabhängig
  • Nebeneffekt auf Regenfleckenkrankheit, Mehltau, Marssonina

Die erste Bekämpfung beginnt mit dem Ausstoß der Ascosporen (je nach Witterung von Ende März bis Mai). Ein wichtiges Ziel ist es, diese Ascosporenphase ohne schwere Infektionen zu überstehen. Für eine erfolgreiche Bekämpfung eignen sich Belagsspritzungen, die protektiv
wirken und kurative Maßnahmen, die direkt in die laufenden Infektionen gefahren werden.

Hierfür ist der Einsatz von CURATIO® zu empfehlen, es wird als Stopp-Behandlung nach einem Niederschlag auf das nasse Blatt in die laufende Infektion appliziert.nCURATIO® ist ein nicht rückstandsrelevantes, kuratives und präventives Kontaktfungizid mit dem Wirkstoff Calcium-Polysulfid.

Da die kurative Leistung zeitlich begrenzt ist, wird der Zeitpunkt der Anwendung mittels Prognose Modellen empfohlen. Bei sehr langen Blattnasszeiten oder lang anhaltenden Niederschlägen muss eine Anwendung wiederholt werden. Die Wirkung setzt bereits bei >10°C ein (Netzschwefel > 12 °C)

Hinweis: Keine Behandlungen bei Temperaturen > 28°C (Sonnenbrandschäden möglich)nDurch die unspezifische Wirkung des Schwefelkalks sind keine Resistenzen zu erwarten.
 
Mischbarkeit:

  • Nicht mischbar mit anderen Pflanzenschutzmitteln

  • AlgoVital- Zugabe empfohlen zur Minderung von Berostung während der berostungskritischen Phase (4 Behandlungen ab Vollblüte bis Haselnussgröße mit 2-2,5 l/ha und mKh). In Kombination mit Kupferfungiziden verbessert AlgoVital zusätzlich die Pflanzenverträglichkeit des eingesetzten Kupfers.



3.2 Die Sekundäre Schorfphase (Konidienphase)  

Vorteile von VitiSan®

  • Nicht rückstandsrelevant: 
    VitiSan für Anwendungen im Vorerntestadium als zuverlässiges Element in Spritzfolgen zur Rückstandsreduktion
  • Keine Resistenzen: 
    Unspezifischer Wirkmechanismus und reine Kontaktwirkung
  • Gute Mischbarkeit: 
    VitiSan® ist gut kombinierbar mit Netzschwefel Stulln, Nützlingen, Madex® MAX/Madex® TOP, Capex® 2, XenTari®, Algo Vital® Plus und vielen mehr
  • Hochqualitative Formulierung
  • Anwendbar während gesamter Schorfphase

 
Die sekundäre Schorfphase mit VitiSan® effektiv bekämpfen: 

  • der Einsatz von VitiSan® ist während der Sekundärphase sehr wichtig (kurativer Einsatz von VitiSan während Primärphase hingegen nur bei sehr niedrigem Schorfdruck)
  • Kurativer Einsatz bis 300°h auf das trockene Blatt
  • Beste Ergebnisse in Kombination mit Schwefel


Eigenschaften von VitiSan®

VitiSan® ist ein nicht rückstandsrelevantes, biologisches Kontaktfungizid mit dem Wirkstoff Kaliumhydrogencarbonat.

Die Hauptanwendung als kuratives Fungizid gegen Apfelschorf fällt vor allem auf die Konidienphase auf das trockene Blatt nach dem Regen in die laufende Infektion. VitiSan® besitzt zudem gute Nebenwirkung gegen den Echten Mehltau und die Regenfleckenkrankheit.

Hinweis: Ein Tankmix von VitiSan® und Kupferprodukten im Obstbau sollte vermieden werden, dies kann eventuell Berostung und Phytotox auf Früchten verursachen.
 


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Foto von  Sabrina Schmid

Sabrina Schmid

Biofa AG Bio-Farming-Systems

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